Persönliche Erfahrung & Pflege
Nägel nach Chemotherapie: wie ich brüchige Nägel wieder aufgebaut habe
Eine ehrliche Geschichte über Blutwerte, Geduld – und was bei mir tatsächlich geholfen hat
Von Alexandra Martino · aktualisiert im Juli 2026
Ich war erschöpft.
Nicht nur körperlich – auch an einer Stelle, an die ich vorher nie gedacht hätte: meine Fingernägel. Die Chemotherapie hatte mich auf so viele Arten verändert, dass ich mich manchmal selbst nicht wiedererkannt habe. Aber während man auf Haarausfall vorbereitet wird, auf Übelkeit, auf müde Tage, spricht kaum jemand darüber, was mit den Nägeln passiert. Bei mir sind sie durch die Chemotherapie sehr brüchig geworden. Sie sind eingerissen, haben sich an den Rändern gesplittert, und ich habe mich irgendwann davor gefürchtet, überhaupt etwas mit den Händen zu machen – ein Brief öffnen, eine Verpackung aufreißen, eine Strumpfhose anziehen. Kleine Dinge, die vorher niemand bemerkt hätte, wurden zu kleinen Stolpersteinen im Alltag.
Ich erinnere mich, wie ich in der Küche stand, eine Folie von einer Packung ziehen wollte, und der Nagel einfach nachgab. Kein großes Drama, keine blutige Verletzung – aber ein Moment, der mir gezeigt hat, wie fragil mein Körper gerade war. Nägel nach Chemotherapie sind eben nicht nur ein kosmetisches Thema. Sie sind ein sichtbares Zeichen dafür, was im Inneren passiert, während der Körper gegen die Behandlung und für die Genesung kämpft.
Was mich dabei am meisten beschäftigt hat, war nicht die Optik. Es war das Gefühl, die Kontrolle über den eigenen Körper ein Stück weit verloren zu haben. Man kennt seine Hände sein Leben lang, man weiß, wie sie sich anfühlen, wie stabil sie sind – und dann verändert sich plötzlich etwas so Grundlegendes. Ich habe in dieser Zeit viel gelesen, viel recherchiert, und in Foren immer wieder dieselben Fragen gefunden: „Ist das normal?“, „Wächst das wieder heraus?“, „Was hat bei euch wirklich geholfen, und was war nur teure Enttäuschung?“ Genau diese Fragen haben mich durch die folgenden Monate begleitet.
Der Wendepunkt kam nicht durch ein Wundermittel, sondern durch eine ganz nüchterne, fast schon banale Untersuchung. Nach Abschluss meiner Therapie hat mein Heilpraktiker meine Blutwerte bestimmen lassen – und dabei festgestellt, dass ich Nährstoffmängel hatte. Kein spektakulärer Moment, kein Aha-Erlebnis mit Musik im Hintergrund. Nur eine Zahl auf einem Laborbogen, die mir plötzlich erklärt hat, warum sich mein Körper – und eben auch meine Nägel – so angefühlt haben, wie sie sich angefühlt haben.
Rückblickend war genau das der Moment, der bei mir alles verändert hat: die Erkenntnis, dass „brüchige Nägel nach Chemo“ nicht einfach hingenommen werden müssen, sondern dass dahinter oft ganz konkrete, messbare Ursachen stecken können. Für mich war das entlastend. Es war nicht Einbildung, es war nicht „das wird schon wieder von allein“, sondern ein nachvollziehbarer Zusammenhang, den man sich anschauen konnte.
Dass Nährstoffe und Nagelgesundheit zusammenhängen, ist tatsächlich auch fachlich dokumentiert. Eine Übersichtsarbeit im Journal of Drugs in Dermatology hat sich genau mit dieser Verbindung befasst.
Scheinfeld, Dahdah & Scher (2007)
Kernaussage: Die Übersichtsarbeit fasst zusammen, welche Vitamine und Mineralstoffe (u. a. Biotin, Vitamin E, Vitamin C, Zink, Eisen, Kupfer, Selen, Vitamin B12) in Zusammenhang mit Nagelgesundheit untersucht wurden. Die Autoren kommen zu einem nüchternen Ergebnis: Für die meisten dieser Stoffe fehlt bei gut ernährten Personen bzw. bei krankheitsbedingten Nagelveränderungen ein klarer Wirksamkeitsnachweis. Eine Ausnahme bilden Biotin (2,5 mg täglich) und Silizium (10 mg täglich), für die bei „Brittle Nail Syndrome“ gewisse positive Effekte beschrieben wurden.
Was die Studie NICHT zeigt: Sie untersucht keine Chemotherapie-Patientinnen im Speziellen und liefert keinen Beleg dafür, dass eine gezielte Nährstoffzufuhr Nagelschäden nach einer Krebsbehandlung „heilt“. Sie ordnet lediglich ein, wie dünn die Evidenzlage für viele gängige Nagel-Supplemente insgesamt ist.
Journal of Drugs in Dermatology, 2007;6(8):782-7 · PMID: 17763607
Diese Einordnung war für mich wichtig, um nicht in die Falle zu tappen, die ich selbst in Foren immer wieder gelesen habe: die Hoffnung, ein einzelnes Präparat könnte alles reparieren. Stattdessen habe ich verstanden, dass es bei mir eher darum ging, individuell bestehende Mängel zu erkennen – nicht pauschal irgendwelche Nährstoffe zu ergänzen.
Nägel nach Chemotherapie – was dahintersteckt
Um zu verstehen, warum Nägel während und nach einer Chemotherapie leiden, hilft ein Blick auf das, was Fachleute dazu beschreiben. Chemotherapeutika greifen gezielt Zellen an, die sich schnell teilen – das betrifft Krebszellen, aber eben auch gesunde, sich schnell teilende Zellen wie die der Nagelmatrix, also der Wachstumszone unter der Nagelhaut. Dadurch kann sich das Nagelwachstum verlangsamen, die Nagelplatte kann dünner, brüchiger oder rilliger werden.
Onkologisch tätige Dermatologen beschreiben zudem, dass sich manche Wirkstoffe in Nagelmatrix und Nagelbett anreichern und dort über toxische Effekte Schäden verursachen können; auch die kleinen Blutgefäße, die die Nagelregion versorgen, können dabei beeinträchtigt werden. Typische Folgen sind Wachstumsverlangsamung, Brüchigkeit, sogenannte Beau-Reil-Linien – quer verlaufende Rillen, die den einzelnen Chemotherapie-Zyklen entsprechen – sowie fleckige Weißverfärbungen, medizinisch Leukonychie genannt. Besonders häufig werden solche Veränderungen bei taxanbasierten Therapien und bei EGFR-Hemmern beschrieben.
Wichtig zu verstehen: Nicht jede Nagelveränderung während oder nach einer Chemotherapie hat mit einem Nährstoffmangel zu tun. Ein Teil der Veränderungen ist eine direkte Folge der Medikamentenwirkung auf schnell teilende Zellen und bildet sich mit der Zeit von selbst zurück, sobald die Behandlung abgeschlossen ist und sich die Zellteilung normalisiert. Ein anderer Teil kann jedoch – wie bei mir – mit tatsächlichen Nährstoffdefiziten zusammenhängen, die sich durch die Therapie, durch Appetitverlust, Übelkeit oder eine veränderte Ernährung während der Behandlungsphase entwickelt haben. Diese beiden Ursachen lassen sich von außen kaum unterscheiden – deswegen war für mich der Blick auf konkrete Laborwerte so aufschlussreich.
Fachlich unbestritten ist außerdem: Eine Chemotherapie belastet den gesamten Stoffwechsel, und ein Mangel an einzelnen Mikronährstoffen kann sich – unabhängig von einer Krebserkrankung – auf Haut, Haare und Nägel auswirken. Genau das greift auch die zweite Studie auf, die ich in diesem Zusammenhang gelesen habe.
Was mich beim Lesen zusätzlich beruhigt hat: Nagelveränderungen während einer Chemotherapie sind kein Randphänomen, sondern ein anerkanntes, in der onkologischen Fachliteratur beschriebenes Bild. Dermatologen, die sich auf onkologische Nebenwirkungen spezialisiert haben, unterscheiden dabei typischerweise mehrere Erscheinungsformen: weiße oder fleckige Verfärbungen der Nagelplatte, quer verlaufende Rillen und Furchen, eine erhöhte Brüchigkeit mit Absplittern am Rand, sowie – in ausgeprägteren Fällen – ein schmerzhaftes, empfindliches Nagelbett oder sogar ein teilweises Ablösen der Nagelplatte vom Nagelbett. Welche dieser Veränderungen auftritt, hängt stark davon ab, welche Wirkstoffklasse verwendet wurde; bei mir stand die Brüchigkeit im Vordergrund.
Ein Aspekt, der in Patientenforen häufig übersehen wird: Auch die Nagelhaut selbst leidet mit. Sie kann während der Behandlung austrocknen, empfindlich und rissig werden, was das Infektionsrisiko an den Fingerspitzen erhöht – etwa durch Bakterien, die sich in feuchten, geschädigten Hautarealen leichter ausbreiten können. Deshalb wird in der Nachsorge häufig empfohlen, Gummihandschuhe bei Feuchtarbeiten zu tragen, die Nagelhaut nicht zurückzuschieben, sondern nur rückfettend zu pflegen, und die Nägel eher mit der Feile als mit der Schere zu kürzen, um zusätzliche mechanische Reize auf ein bereits geschwächtes Nagelbett zu vermeiden. Das sind keine Wundermittel, aber sie reduzieren die Belastung, während der Körper sich erholt.
Interessant fand ich außerdem, dass manche Fachleute den Zusammenhang zwischen Chemotherapie und Nagelveränderungen auch über hormonelle Schwankungen erklären: Während einer Chemotherapie kann sich der Hormonspiegel verändern, was wiederum die Keratinschicht der Nägel schwächen kann. Keratin ist das Strukturprotein, aus dem Nagelplatte, Haare und die äußere Hautschicht bestehen – wird seine Bildung gestört, wird der Nagel insgesamt weicher und anfälliger für Risse. Dieser Mechanismus läuft parallel zu dem direkten Effekt auf die Nagelmatrix und erklärt, warum sich Nagelprobleme bei manchen Frauen erst Wochen nach Beginn der Behandlung zeigen und auch nach Abschluss der Therapie noch eine Weile anhalten können, bis sich der Stoffwechsel wieder stabilisiert hat.
Nägel nach Chemotherapie: worauf es aus meiner Sicht wirklich ankommt
Aus meiner eigenen Erfahrung und aus dem, was ich recherchiert habe, kristallisierten sich für mich drei Punkte heraus, die bei brüchigen Nägeln nach Chemo wirklich einen Unterschied machen können – ohne dass ich behaupten will, das seien allgemeingültige Wahrheiten für jede Betroffene.
Chemotherapie Nebenwirkungen Nägel: erst verstehen, dann handeln
Bevor ich irgendetwas ergänzt oder gepflegt habe, habe ich verstanden, welche Chemotherapie-Nebenwirkungen an meinen Nägeln überhaupt eine Rolle spielten. Bei mir war es vor allem Brüchigkeit und ein sehr langsames Nachwachsen. Andere berichten von Verfärbungen oder abgelösten Nagelplatten. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil nicht jede Veränderung gleich behandelt werden sollte oder überhaupt behandelbar ist – manche bilden sich einfach mit der Zeit von selbst zurück. Ich habe mir für mich selbst eine Art kleine Bestandsaufnahme gemacht: Welche Nägel sind besonders betroffen, verändert sich das von einem Chemo-Zyklus zum nächsten, wird es eher schlimmer oder bleibt es gleich? Diese Beobachtungen habe ich später auch mit meinem Heilpraktiker besprochen, weil sie ihm halfen einzuschätzen, wie dringend eine Abklärung war.
Gesunde Nägel nach Chemotherapie: Laborwerte statt Rätselraten
Der zweite Punkt, der bei mir den größten Unterschied gemacht hat: keine pauschale Nährstoffzufuhr „ins Blaue hinein“, sondern eine gezielte Bestimmung meiner Blutwerte. Mein Heilpraktiker hat konkret meinen Selenwert und meinen Zinkwert bestimmt. Erst dadurch wurde sichtbar, wo bei mir tatsächlich ein Mangel vorlag – und wo nicht. Diese Vorgehensweise passt auch zu dem, was ein israelischer Sonderausschuss des Gesundheitsministeriums in einer Übersichtsarbeit zur Mikronährstoff-Supplementierung beschreibt.
Mir ist bewusst, dass Selen und Zink in der öffentlichen Wahrnehmung oft im Schatten von bekannteren Nagel-Nährstoffen wie Biotin stehen. Biotin ist tatsächlich der am besten untersuchte Stoff in diesem Bereich – die oben zitierte Übersichtsarbeit beschreibt hierzu positive Effekte bei einer Dosierung von 2,5 mg täglich, allerdings speziell für das sogenannte „Brittle Nail Syndrome“ und nicht spezifisch für Chemotherapie-bedingte Nagelveränderungen. Bei mir stand jedoch nicht Biotin im Zentrum, sondern das, was meine eigenen Blutwerte gezeigt haben – und das waren eben Selen und Zink. Genau das ist für mich der entscheidende Punkt: Nicht das vermeintlich „bekannteste“ Präparat nehmen, sondern das, was der eigene Körper laut Laborwert tatsächlich braucht.
Selen ist ein Spurenelement, das unter anderem an antioxidativen Prozessen im Körper beteiligt ist, Zink spielt eine Rolle bei der Zellteilung und damit auch beim Aufbau neuer Keratinstrukturen – also genau der Zellen, aus denen Nagelplatte, Haare und Oberhaut bestehen. Ein Mangel an beiden Spurenelementen kann sich theoretisch auf Gewebe auswirken, das sich schnell erneuert, wozu auch die Nagelmatrix zählt. Das erklärt zumindest plausibel, warum eine gezielte Zufuhr bei einem nachgewiesenen Mangel für manche Betroffene einen Unterschied machen kann – auch wenn, wie oben beschrieben, die wissenschaftliche Beleglage für Nagel-Supplemente insgesamt eher dünn ist und Einzelfälle wie meiner keine generelle Wirksamkeit für alle Betroffenen beweisen.
Dror et al. (2001)
Kernaussage: Ein vom israelischen Gesundheitsministerium benannter Sonderausschuss hat Empfehlungen zur Mikronährstoff-Supplementierung (Vitamine und Mineralstoffe) formuliert – ursprünglich mit Fokus auf ältere Menschen. Der zentrale Gedanke des Ausschusses: Supplementierung sollte sich an individuell festgestellten Bedarfen bzw. Mängeln orientieren, nicht an einer pauschalen „Gießkannen“-Einnahme.
Was die Studie NICHT zeigt: Sie bezieht sich nicht auf Chemotherapie-Patientinnen und macht keine Aussage zu Nägeln im Speziellen. Ich übertrage daraus lediglich das allgemeine Prinzip – individuelle Bedarfsermittlung vor Supplementierung –, das mir persönlich geholfen hat, sinnvoll vorzugehen.
Harefuah, 2001;140(11):1062-7 · PMID: 11759383
Nägel nach Krebsbehandlung: Geduld als unbequeme Wahrheit
Der dritte und vielleicht unbequemste Punkt: Nägel wachsen langsam. Ein Fingernagel braucht im Schnitt mehrere Monate, um vollständig nachzuwachsen. Wer also nach zwei Wochen sichtbare Wunder erwartet, wird enttäuscht. Bei mir hat sich die Verbesserung über Monate eingeschlichen – nicht über Nacht.
Kurz zusammengefasst
✓ Nagelveränderungen nach Chemotherapie können mehrere Ursachen haben – nicht alle hängen mit Nährstoffmangel zusammen
✓ Eine gezielte Blutuntersuchung schafft Klarheit, statt auf Verdacht zu supplementieren
✓ Geduld ist Teil des Prozesses – Nagelwachstum lässt sich nicht beschleunigen wie ein Download
Mein Vorgehen
Nach Abschluss meiner Chemotherapie habe ich mit meinem Heilpraktiker über die anhaltenden Nagelprobleme gesprochen, statt sie einfach hinzunehmen.
Er hat gezielt meine Blutwerte überprüft, insbesondere meinen Selen- und meinen Zinkwert – kein pauschales „Rundum-Paket“, sondern eine gezielte Untersuchung.
Auf Basis der festgestellten Mängel habe ich meine Ernährung bewusster gestaltet und zusätzlich auf ein Nahrungsergänzungsmittel gesetzt, das genau die Nährstoffe enthält, bei denen bei mir ein Mangel festgestellt wurde.
Und dann: abwarten, Nägel weiter vorsichtig pflegen, und nicht bei jedem kleinen Rückschritt gleich den Mut verlieren.

Nägel nach Chemotherapie: welches Produkt ich genutzt habe
Nachdem die Blutwerte bei mir einen Mangel an Selen und Zink gezeigt hatten, habe ich mich – auch in Absprache mit meinem Heilpraktiker – für ein Nahrungsergänzungsmittel entschieden, das beide Nährstoffe enthält: den Naturtreu Zauberhaft Beauty-Komplex für Haut, Haare und Nägel. Wichtig ist mir hier eine klare Einordnung: Selen und Zink sind Spurenelemente, für die es zugelassene, wissenschaftlich geprüfte EU-Aussagen gibt. Selen trägt zur Erhaltung normaler Haare und Nägel bei. Zink trägt zur Erhaltung normaler Haare, Nägel und Haut bei. Das ist etwas anderes als ein Heilversprechen – ein Nahrungsergänzungsmittel behandelt keine Krankheit und ersetzt keine ärztliche Therapie. Es kann lediglich dazu beitragen, einen bestehenden Nährstoffbedarf zu decken.
Werbung / Partnerlink
Naturtreu Zauberhaft Beauty-Komplex für Haut, Haare und Nägel
Ich habe mich für dieses Produkt entschieden, weil es Selen und Zink enthält – genau die beiden Nährstoffe, bei denen mein Heilpraktiker bei mir einen Mangel festgestellt hatte. Für mich war es praktisch, beides in einem Präparat abgedeckt zu haben, statt mehrere Einzelpräparate einzunehmen. Ehrlich gesagt: Ob es allein für meine Verbesserung verantwortlich war oder ob die Ernährungsumstellung und die Zeit den größeren Anteil hatten, kann ich nicht sicher trennen – beides lief bei mir parallel. Ein Nachteil aus meiner Sicht: Der Effekt stellt sich nicht schnell ein, man braucht Geduld über mehrere Wochen und Monate, und das Produkt ersetzt keine individuelle Blutuntersuchung.

*Werbe-/Partnerlink: Bei einem Kauf über diesen Link erhalte ich ggf. eine kleine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht.
Ich möchte an dieser Stelle betonen: Kein Produkt ersetzt eine individuelle fachliche Beratung. Bevor du selbst zu einem Nahrungsergänzungsmittel greifst, lohnt sich – so wie bei mir – zunächst der Gang zum Arzt oder Heilpraktiker, um herauszufinden, ob und welcher Mangel bei dir überhaupt vorliegt.
Mein Verlauf
Was sich bei mir konkret verändert hat: Meine Nägel werden endlich wieder lang und brechen nicht mehr so schnell ab. Sie fühlen sich fester an, wirken insgesamt gesünder als in den Monaten direkt nach der Chemotherapie. Das war für mich der Moment, in dem ich gemerkt habe, dass sich die ganze Geduld gelohnt hat.
Ich möchte aber ehrlich bleiben: Ich beschreibe hier meinen eigenen Verlauf, keine allgemeingültige Erfolgsgeschichte. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, welcher Anteil davon auf die gezielte Nährstoffzufuhr zurückgeht, welcher auf die schlichte Zeit, die seit Abschluss der Chemotherapie vergangen ist, und welcher auf eine insgesamt bewusstere Pflege. Diese drei Dinge liefen bei mir gleichzeitig, und ich will hier keinen einfacheren Zusammenhang vortäuschen, als er tatsächlich war.
Meine ehrliche Einschätzung: Pro & Contra
Was für mich gesprochen hat
✓ Klarheit durch tatsächliche Blutwerte statt Rätselraten
✓ Selen und Zink in einem Präparat kombiniert
✓ Spürbar festere, längere Nägel über die Monate
Was ich ehrlich sagen muss
✗ Wirkung stellt sich nicht schnell ein, braucht Wochen bis Monate
✗ Ohne Blutuntersuchung weiß man nicht, ob man es überhaupt braucht
✗ Ersetzt keine ärztliche Abklärung anhaltender Nagelprobleme
Wenn du selbst mit brüchigen Nägeln nach einer Chemotherapie kämpfst: Sprich zuerst mit deinem Arzt oder Heilpraktiker über eine Blutuntersuchung. Erst danach lässt sich einschätzen, ob ein gezieltes Nahrungsergänzungsmittel für dich überhaupt sinnvoll ist.
Häufige Fragen
Sind brüchige Nägel nach Chemo normal?
Ja, Nagelveränderungen gehören zu den bekannten Nebenwirkungen vieler Chemotherapien. Onkologen und Dermatologen beschreiben Brüchigkeit, verlangsamtes Wachstum, Rillenbildung und Verfärbungen als typische Reaktionen der Nagelmatrix auf die Behandlung. Wie stark die Nägel betroffen sind, hängt von der Art der Chemotherapie ab – besonders häufig werden Veränderungen bei taxanbasierten Wirkstoffen und bei EGFR-Hemmern beobachtet. Bei mir persönlich waren es vor allem Brüchigkeit und verlangsamtes Wachstum. Wenn deine Nägel schmerzhaft werden, sich vollständig ablösen oder sich entzünden, solltest du das in jedem Fall mit deinem behandelnden Arzt besprechen, statt es allein abzuwarten.
Wie lange dauert es, bis sich Nägel nach Krebsbehandlung erholen?
Das lässt sich pauschal nicht sagen, weil es von der Art und Dauer der Therapie sowie vom individuellen Nagelwachstum abhängt. Fingernägel wachsen im Schnitt langsam nach, häufig wird ein kompletter Ersatz der Nagelplatte über mehrere Monate beschrieben. Bei mir hat sich die spürbare Verbesserung über Monate eingestellt, nicht über Wochen. Wichtig ist, in dieser Zeit geduldig zu bleiben und die Nägel weiterhin zu schützen, statt auf schnelle Ergebnisse zu hoffen.
Woran erkenne ich, ob meine brüchigen Nägel nach Chemo mit einem Nährstoffmangel zusammenhängen?
Von außen lässt sich das nicht sicher unterscheiden – Nagelveränderungen können direkte Folge der Chemotherapie auf die Zellteilung sein, oder zusätzlich mit einem Nährstoffmangel zusammenhängen, der sich durch Appetitverlust oder veränderte Ernährung während der Behandlung entwickelt hat. Der einzig verlässliche Weg ist eine Blutuntersuchung bei einem Arzt oder Heilpraktiker, wie es bei mir der Fall war. Nur dadurch lässt sich feststellen, ob und bei welchen Werten – etwa Selen oder Zink – tatsächlich ein Mangel vorliegt, statt auf Verdacht zu supplementieren.
Welche Blutwerte wurden bei dir konkret bestimmt?
Bei mir wurden gezielt der Selenwert und der Zinkwert bestimmt. Das war keine breite Rundum-Untersuchung, sondern eine gezielte Abklärung durch meinen Heilpraktiker, nachdem meine Nagelprobleme über einen längeren Zeitraum bestehen geblieben waren. Welche Werte in deinem individuellen Fall sinnvoll sind, kann nur eine Fachperson beurteilen, die deine gesamte Krankengeschichte kennt.
Kann ein Nahrungsergänzungsmittel Nagelveränderungen durch Chemotherapie Nebenwirkungen rückgängig machen?
Nein, und das möchte ich klar sagen: Ein Nahrungsergänzungsmittel behandelt oder heilt keine Krankheit und keine Nebenwirkung einer Chemotherapie. Für Nährstoffe wie Selen und Zink gibt es lediglich zugelassene Aussagen zum Erhalt normaler Haare und Nägel – das ist etwas anderes als ein Behandlungsversprechen. Ob eine Supplementierung für dich sinnvoll ist, hängt davon ab, ob bei dir überhaupt ein Mangel vorliegt, und das lässt sich nur durch eine Blutuntersuchung feststellen.
Was kann ich zusätzlich für gesunde Nägel nach Chemotherapie tun?
Neben einer möglichen gezielten Nährstoffzufuhr helfen einfache Pflegemaßnahmen: Nägel kurz halten und mit der Feile statt mit der Schere kürzen, Handschuhe bei Reinigungs- und Gartenarbeiten tragen, Hände regelmäßig eincremen und die Nagelhaut möglichst nicht zurückschieben, sondern nur pflegen. Diese Maßnahmen ersetzen keine ärztliche Abklärung, können aber zusätzlichen mechanischen Stress für ohnehin geschwächte Nägel reduzieren.
Dieser Artikel beschreibt persönliche Erfahrungen und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Diagnose. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung oder eine ärztliche Behandlung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an deine Ärztin oder deinen Arzt.
Alexandra Martino
Schreibt über ihren eigenen Weg zu gesunden Nägeln nach Chemotherapie
Alexandra teilt auf diesem Blog ihre persönliche Erfahrung mit brüchigen Nägeln nach ihrer Chemotherapie – von der Diagnose ihrer Nährstoffmängel bis zu dem, was ihr auf dem Weg zu gesunden Nägeln nach Chemotherapie geholfen hat. Sie ist keine Ärztin und ersetzt mit ihren Erfahrungsberichten keine medizinische Beratung.
Quellen
Scheinfeld N, Dahdah MJ, Scher R. Vitamins and minerals: their role in nail health and disease. J Drugs Dermatol. 2007;6(8):782-7. PMID: 17763607
Dror Y, et al. [Micronutrient (vitamins and minerals) supplementation for the elderly, suggested by a special committee nominated by Ministry of Health]. Harefuah. 2001;140(11):1062-7. PMID: 11759383


