Fruchtbarkeit & Krebs
Kinderwunsch trotz Krebs – Das solltest du wissen!
Was ich über Fertilitätserhalt vor der Chemotherapie gelernt habe – und was die Forschung dazu sagt
Von Alexandra Martino · aktualisiert im August 2026
Warum ich mich mit Kinderwunsch trotz Krebs beschäftigt habe
Mit 35 bekam ich die Diagnose triple-negativer Brustkrebs. Mutter war ich zu dem Zeitpunkt noch nicht – die Frage, ob ich das überhaupt möchte, hatte ich mir bis dahin immer wieder aufgeschoben, ohne eine klare Antwort für mich gefunden zu haben. Als die Diagnose kam, dachte ich in den ersten Tagen, dass sich das Thema Kinderwunsch damit von selbst erledigt hätte. Es gab plötzlich Dringlicheres.
Dass mein Onkologe und mein Frauenarzt das Thema von sich aus ansprachen, hat mich überrascht. Sie erklärten mir, dass es vor Beginn der Chemotherapie noch die Möglichkeit gäbe, Eizellen zu entnehmen und mit dem Sperma des Mannes befruchten zu lassen. Das war für mich der Moment, an dem ich mich zum ersten Mal wirklich mit dem Thema Fertilitätserhalt bei Krebs auseinandergesetzt habe – nicht aus einem festen Kinderwunsch heraus, sondern weil mir plötzlich eine Option genannt wurde, die ich vorher nicht kannte.
Was ich in den folgenden Wochen an medizinischem Hintergrundwissen gesammelt habe, teile ich hier – getrennt von meiner persönlichen Geschichte, die ich am Ende des Artikels noch einmal kurz aufgreife.

Kinderwunsch trotz Krebs: Was das medizinisch bedeutet
Eine Chemotherapie kann die Eierstöcke schädigen, weil viele Zytostatika nicht nur Krebszellen, sondern auch schnell teilende Zellen im Körper angreifen – dazu zählen auch die Eizellen und das umgebende Gewebe der Eierstöcke. Das Risiko einer sogenannten Ovarialinsuffizienz (vorzeitiges Nachlassen oder Ausfallen der Eierstockfunktion) hängt stark davon ab, welche Substanzen eingesetzt werden, in welcher Dosierung, und wie alt die Patientin zum Zeitpunkt der Behandlung ist. Jüngere Frauen haben im Schnitt eine höhere Chance, dass sich die Eierstockfunktion nach der Therapie wieder erholt – eine Garantie gibt es dafür aber nicht.
Ein Grund, warum das Thema bei triple-negativem Brustkrebs besonders häufig zur Sprache kommt: Diese Tumoren sprechen nicht auf Hormon- oder HER2-gerichtete Therapien an, weshalb die Chemotherapie hier meist die zentrale Säule der Behandlung ist – und oft in einer Intensität eingesetzt wird, die das Risiko für die Eierstöcke erhöht. Gleichzeitig betrifft triple-negativer Brustkrebs überdurchschnittlich häufig jüngere Frauen, für die die Frage nach späterer Fruchtbarkeit noch nicht abgeschlossen ist.
Genau deshalb ist die Aufklärung über Fertilitätserhalt vor Beginn einer Chemotherapie bei prämenopausalen Patientinnen mit Kinderwunsch heute in onkologischen Leitlinien fest verankert – auch wenn sie im stressigen Praxisalltag zwischen Diagnosemitteilung, Staging-Untersuchungen und Therapieplanung nicht immer die Zeit bekommt, die das Thema eigentlich bräuchte. Drei Ansätze werden dabei am häufigsten unterschieden:
- Kryokonservierung von Eizellen oder Embryonen: Vor der Chemotherapie werden die Eierstöcke hormonell stimuliert, damit mehrere Eizellen heranreifen. Diese werden entnommen und entweder unbefruchtet eingefroren oder – wie in meinem Fall – mit dem Sperma des Partners befruchtet und als Embryonen kryokonserviert.
- Medikamentöser Schutz der Eierstöcke (GnRH-Analoga): Parallel oder alternativ zur Chemotherapie kann eine Spritze mit einem GnRH-Agonisten gegeben werden. Sie versetzt den Körper vorübergehend in einen hormonellen Zustand, der dem der Wechseljahre ähnelt, und soll die Eierstöcke dadurch weniger empfindlich gegenüber der Chemotherapie machen.
- Kryokonservierung von Eierstockgewebe: Bei diesem Verfahren wird operativ Gewebe eines Eierstocks entnommen und eingefroren, ohne dass vorher eine hormonelle Stimulation nötig ist – das kann wichtig sein, wenn keine Zeit für eine Stimulationsphase bleibt oder eine hormonelle Stimulation aus medizinischen Gründen nicht infrage kommt. Nach der Behandlung kann das Gewebe wieder eingesetzt werden, in der Hoffnung, dass die Eierstockfunktion zurückkehrt.
Welche dieser Optionen infrage kommt, hängt von mehreren Faktoren ab: der verbleibenden Zeit bis zum geplanten Therapiebeginn, dem Alter, dem Hormonstatus des Tumors, einer bestehenden Partnerschaft und nicht zuletzt davon, was medizinisch in der eigenen Klinik oder einer kooperierenden Kinderwunschklinik angeboten wird. Eine Fachgesellschaft, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt, ist die deutschsprachige Arbeitsgemeinschaft „FertiPROTEKT“, die Patientinnen und Ärzte zu fertilitätserhaltenden Maßnahmen bei onkologischen Erkrankungen berät und ein Netzwerk spezialisierter Zentren koordiniert.
Del Mastro et al. (POEMS/SWOG S0230-Studie)
Kernaussage: In dieser randomisierten Studie erhielten prämenopausale Frauen mit hormonrezeptor-negativem Brustkrebs während der Chemotherapie zusätzlich das GnRH-Analogon Goserelin oder keine Zusatzbehandlung. Die Auswertung zeigte weniger vorzeitiges Ovarialversagen und mehr Schwangerschaften in der Goserelin-Gruppe.
Was die Studie NICHT zeigt: Sie wurde an Frauen mit hormonrezeptor-negativem Brustkrebs durchgeführt – die Ergebnisse lassen sich nicht automatisch auf hormonrezeptor-positive Tumoren übertragen, bei denen andere Überlegungen zur Hormontherapie gelten.
Journal: JAMA · PMID: 25738668
Kinderwunsch trotz Krebs: Worauf es bei der Entscheidung ankommt
Eizellen einfrieren vor der Chemotherapie
Die Entnahme und das Einfrieren von Eizellen oder befruchteten Embryonen gilt fachlich als die Methode mit der am besten belegten Erfolgsaussicht auf eine spätere Schwangerschaft. Sie erfordert allerdings eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke über etwa zehn bis vierzehn Tage, bevor die Eizellen in einem kurzen Eingriff entnommen werden können. Das bedeutet in der Praxis: Der Beginn der eigentlichen Krebstherapie verschiebt sich um diese Zeitspanne – eine Abwägung, die gemeinsam mit dem behandelnden Onkologen getroffen werden muss, da nicht jede Krebsart und jedes Stadium einen solchen Aufschub zulässt.
Künstliche Wechseljahre durch GnRH-Analoga zum Schutz der Eierstöcke
Die Gabe eines GnRH-Analogons während der Chemotherapie – umgangssprachlich manchmal als „künstliche Wechseljahre“ bezeichnet – wird ergänzend zur Kryokonservierung oder auch für sich allein eingesetzt, etwa wenn eine Verzögerung des Chemotherapiebeginns nicht infrage kommt. Der Wirkmechanismus dahinter: Das Medikament unterdrückt vorübergehend die Ausschüttung der Hormone, die den monatlichen Eisprung steuern. Die Eierstöcke werden dadurch in einen ruhenden Zustand versetzt – ähnlich wie in den Wechseljahren, mit entsprechenden Begleiterscheinungen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen. Sie ersetzt die Kryokonservierung nicht in jedem Fall vollständig, gilt aber als zusätzlicher Baustein zum Erhalt der Fruchtbarkeit nach Krebs.
Schwangerschaft nach Brustkrebs – was Studien bislang zeigen
Eine Sorge, die in Foren und Selbsthilfegruppen immer wieder auftaucht, lautet: Ist eine Schwangerschaft nach überstandenem Brustkrebs überhaupt sicher, oder erhöht sie das Rückfallrisiko? Größere Kohortenstudien und Metaanalysen der vergangenen Jahre kommen überwiegend zu dem Ergebnis, dass eine spätere Schwangerschaft das Überleben von Brustkrebspatientinnen nicht verschlechtert – manche Auswertungen deuten sogar auf ein tendenziell günstigeres Ergebnis hin, wobei hier ein sogenannter „Healthy-Mother-Effekt“ mitdiskutiert wird: Frauen, die überhaupt schwanger werden, sind im Schnitt in einem stabileren gesundheitlichen Zustand. Wie lange nach Abschluss der Behandlung eine Schwangerschaft empfohlen wird, hängt stark vom individuellen Rückfallrisiko und einer eventuell laufenden antihormonellen Therapie ab, die über mehrere Jahre eingenommen wird und während einer Schwangerschaft pausiert werden müsste.
Lambertini et al. (2018)
Kernaussage: Diese Meta-Analyse von Einzelpatientendaten aus mehreren randomisierten Studien untersuchte den Einsatz von GnRH-Agonisten während der Chemotherapie bei prämenopausalen Frauen mit frühem Brustkrebs. Die Auswertung zeigte eine geringere Rate an vorzeitigem Ovarialversagen und mehr dokumentierte Schwangerschaften in der Gruppe mit GnRH-Agonisten, ohne dass dabei ein Nachteil beim krankheitsfreien oder Gesamtüberleben erkennbar war.
Was die Studie NICHT zeigt: Sie erlaubt keine Aussage darüber, wie gut die Methode bei anderen Krebsarten als Brustkrebs wirkt, und sie ersetzt keine individuelle Fruchtbarkeitsdiagnostik nach der Behandlung.
Journal: Journal of Clinical Oncology · PMID: 29718793
Kurz zusammengefasst:
✓ Fertilitätserhalt sollte möglichst vor Beginn der Chemotherapie besprochen werden
✓ Kryokonservierung von Eizellen/Embryonen gilt als am besten belegte Methode
✓ GnRH-Analoga können die Eierstöcke zusätzlich schützen, ersetzen die Kryokonservierung aber nicht immer vollständig
✓ Die individuelle Krebsart und das Stadium entscheiden mit, welche Optionen zeitlich überhaupt möglich sind
Kosten und Kostenübernahme in Deutschland
Seit dem 1. Juli 2021 zählt die Kryokonservierung von Ei- und Samenzellen sowie den dazugehörigen medizinischen Maßnahmen unter bestimmten Voraussetzungen zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Rechtliche Grundlage sind das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) sowie die Richtlinie zur Kryokonservierung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Anspruch besteht für Frauen bis zum vollendeten 40. Lebensjahr und für Männer bis zum vollendeten 50. Lebensjahr; eine feste Untergrenze gibt es nicht, bei Minderjährigen greifen aber zusätzliche rechtliche Einschränkungen.
Grundsätzlich übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Gewinnung, Aufbereitung und Einlagerung der Keimzellen weitgehend vollständig, ein kleinerer Eigenanteil für Sachkosten kann trotzdem anfallen. Eine Besonderheit betrifft Frauen mit einem hormonabhängigen Tumor: Hier ist für die notwendigen Medikamente zur hormonellen Stimulation häufig eine gesonderte Ausnahmegenehmigung der Krankenkasse erforderlich, da diese Medikamente den Hormonhaushalt beeinflussen. Ist zu einem späteren Zeitpunkt eine künstliche Befruchtung mit den eingefrorenen Zellen geplant, muss der Krankenkasse vorab ein Behandlungsplan zur Genehmigung vorgelegt werden; die Kasse übernimmt dann in der Regel die Hälfte der genehmigten Kosten für diesen Teil der Behandlung.
Da sich Details je nach Krankenkasse, Bundesland und Einzelfall unterscheiden können und es in der Vergangenheit auch gerichtliche Auseinandersetzungen um Stichtage und Zuständigkeiten gab, lohnt es sich, vor Beginn der Behandlung direkt und schriftlich bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen, welche Kosten in welchem Umfang übernommen werden.
Mein Vorgehen – was ich konkret gemacht habe
Ich schildere hier nur, was bei mir tatsächlich passiert ist – kein „System“, das ich empfehle, sondern meine eigene Erfahrung mit genau diesen beiden Bausteinen.
Mein Frauenarzt und mein Onkologe klärten mich über die Möglichkeit auf, vor der Chemotherapie Eizellen entnehmen und mit dem Sperma meines Mannes befruchten zu lassen.
In der Kinderwunschklinik musste ich mir dafür Hormone spritzen, damit sich mehrere Eizellen entwickeln konnten. Anschließend wurden die Eizellen entnommen und befruchtet.
Zusätzlich erhielt ich eine Spritze zum Schutz meiner Eierstöcke, die mich in künstliche Wechseljahre versetzt hat.
Kinderwunsch trotz Krebs: Ein Buch, das mir zusätzlich geholfen hat
Neben den medizinischen Gesprächen habe ich mir während dieser Zeit auch Erfahrungsberichte anderer Betroffener gesucht – vieles davon, was Ärzte im Praxisalltag aus Zeitgründen nicht ansprechen können. Ein Buch, das mir dabei persönlich geholfen hat, war „Brustkrebs: Was mir geholfen hat“.
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Brustkrebs: Was mir geholfen hat
Für mich war es hilfreich, Themen zu lesen, die im Praxisalltag oft zu kurz kommen – etwa den Umgang mit Nebenwirkungen im Alltag oder wie andere Frauen mit der Unsicherheit rund um Fruchtbarkeit umgegangen sind. Ich fand darin einige Fragen wieder, die mir selbst durch den Kopf gegangen waren.
Ehrlich gesagt ersetzt so ein Buch keine medizinische Beratung und manche Kapitel waren für mich persönlich relevanter als andere – das hängt sicher stark von der eigenen Situation ab.
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Mein Verlauf – was sich verändert hat, und was nicht
Durch die Kryokonservierung habe ich mich sicherer gefühlt: Sollte die Chemotherapie meine Eierstöcke dauerhaft schädigen, hätte ich trotzdem noch die Möglichkeit, später schwanger zu werden. Das hat einen Teil der Unsicherheit genommen, mit der ich in die Behandlung gegangen bin – nicht, weil ich zu diesem Zeitpunkt einen festen Kinderwunsch hatte, sondern weil mir die Option offenblieb, die ich vorher gar nicht kannte.
Was sich dadurch nicht verändert hat: Die Spritze zum Schutz meiner Eierstöcke hat mich in künstliche Wechseljahre versetzt – mit allem, was das mit sich bringt. Das war kein Nebeneffekt, den mir die Kryokonservierung erspart hätte, sondern etwas, das ich zusätzlich in Kauf genommen habe. Ich schreibe das bewusst so nüchtern, wie es war: Es gibt bei diesem Thema keinen Weg, der ohne Kompromisse auskommt.
Wer bei der Entscheidung unterstützen kann
Die Entscheidung für oder gegen fertilitätserhaltende Maßnahmen muss oft innerhalb weniger Tage getroffen werden – in einer Situation, in der man gerade erst die Diagnose verarbeitet. Das ist psychisch eine enorme Belastung, und es ist nachvollziehbar, wenn dabei nicht sofort Klarheit über die eigenen Wünsche besteht. Neben dem onkologischen und gynäkologischen Behandlungsteam können psychoonkologische Beratungsstellen helfen, die in vielen Brustzentren und Krebsberatungsstellen angeboten werden. Auch spezialisierte Kinderwunschzentren, insbesondere solche mit Anbindung an das FertiPROTEKT-Netzwerk, bieten in der Regel eine zeitnahe Erstberatung an, wenn der zeitliche Druck vor Therapiebeginn hoch ist.
Für den Partner oder die Partnerin ist die Situation oft ebenfalls neu und überfordernd – gemeinsame Gespräche mit dem Behandlungsteam können helfen, Entscheidungen nicht allein treffen zu müssen. Wichtig zu wissen: Es gibt kein „Richtig“ oder „Falsch“ bei dieser Entscheidung. Manche Frauen entscheiden sich bewusst gegen eine Kryokonservierung, etwa weil ihnen die zeitliche Verzögerung der Krebstherapie zu belastend erscheint oder weil für sie persönlich kein Kinderwunsch besteht – auch das ist eine legitime Entscheidung.
Pro & Contra im Überblick
Dafür spricht
Aufgeklärt zu sein über Optionen, bevor die Chemotherapie beginnt
Ein Stück Sicherheit für die Zeit nach der Behandlung
Belegte Wirksamkeit der Methoden bei geeigneter Krebsart
Dagegen spricht
Möglicher zeitlicher Aufschub der Krebstherapie
Belastung durch Hormonspritzen und Eingriff
Künstliche Wechseljahre als zusätzliche Nebenwirkung möglich
Häufige Fragen
Wie viel Zeit bleibt vor der Chemotherapie für den Fertilitätserhalt?
Für eine hormonelle Stimulation mit anschließender Eizellentnahme werden üblicherweise etwa zehn bis vierzehn Tage benötigt. Ob dieser Zeitraum medizinisch vertretbar ist, hängt von der Krebsart, dem Stadium und der Dringlichkeit der Therapie ab und muss individuell mit dem Onkologen abgestimmt werden. Bei manchen aggressiven Tumoren ist ein Aufschub nicht möglich, bei anderen durchaus vertretbar.
Was ist der Unterschied zwischen Eizellen einfrieren und Embryonen einfrieren?
Beim Einfrieren unbefruchteter Eizellen wird keine Befruchtung mit Spendersamen oder dem Sperma des Partners vorgenommen – das ist etwa relevant, wenn noch keine feste Partnerschaft besteht. Beim Einfrieren von Embryonen werden die entnommenen Eizellen vorher befruchtet, wie es bei mir mit dem Sperma meines Mannes der Fall war. Beide Verfahren gehören zu den Methoden des Fertilitätserhalts bei Krebs, unterscheiden sich aber rechtlich und praktisch je nach Land.
Wie lange halten künstliche Wechseljahre durch GnRH-Analoga an?
Der Effekt ist in der Regel vorübergehend und klingt nach Absetzen der Spritzen meist innerhalb einiger Monate ab, wobei die genaue Dauer individuell unterschiedlich ausfallen kann. Ob und wie schnell sich die Eierstockfunktion danach normalisiert, lässt sich nicht pauschal vorhersagen und sollte ärztlich kontrolliert werden.
Schadet ein Aufschub der Chemotherapie für den Fertilitätserhalt meiner Prognose?
Das lässt sich nicht allgemein beantworten, da es stark von der individuellen Krebsart, dem Stadium und der Aggressivität des Tumors abhängt. Diese Abwägung sollte ausschließlich gemeinsam mit dem behandelnden Onkologen getroffen werden – ein pauschales Ja oder Nein wäre unseriös.
Ist eine Schwangerschaft nach Brustkrebs überhaupt sicher?
Diese Frage betrifft insbesondere die Wartezeit nach abgeschlossener Behandlung und mögliche Hormontherapien, die je nach Tumortyp über mehrere Jahre eingenommen werden. Auch das ist individuell verschieden und sollte mit dem behandelnden Team besprochen werden – dieser Artikel kann hierzu keine allgemeingültige Aussage treffen.
Übernehmen Krankenkassen in Deutschland die Kosten für Fertilitätserhalt bei Krebs?
In Deutschland können die Kosten für fertilitätserhaltende Maßnahmen vor einer keimzellschädigenden Therapie unter bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Da sich Regelungen ändern können und Details vom Einzelfall abhängen, empfiehlt es sich, vor Beginn der Behandlung direkt bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen.
Alexandra Martino
Schreibt über ihre eigene Erfahrung mit Brustkrebs und die Auseinandersetzung mit Kinderwunsch trotz Krebs. Kein medizinisches Fachpersonal – für Diagnosen und Behandlungsentscheidungen ist immer das behandelnde Ärzteteam zuständig.
Quellen:
Del Mastro L. et al., Adjuvant chemotherapy followed by goserelin versus either modality alone for premenopausal lymph node-negative breast cancer (POEMS/SWOG S0230), JAMA, PMID: 25738668
Lambertini M. et al., Gonadotropin-Releasing Hormone Agonists During Chemotherapy for Preservation of Ovarian Function and Fertility in Premenopausal Patients With Early Breast Cancer, Journal of Clinical Oncology, 2018, PMID: 29718793

